Mit Coding Agents arbeiten: Was im Projektalltag funktioniert und was nicht (Sebastian Springer)
Ep. 04

Mit Coding Agents arbeiten: Was im Projektalltag funktioniert und was nicht (Sebastian Springer)

Episode description

Coding Agents können im Alltag sehr hilfreich sein, aber selten so, wie es die Demos versprechen. In echten Projekten sind es oft nicht die großen Automatisierungen, die den Unterschied machen, sondern viele kleine Entscheidungen: Welche Regeln bekommt ein Agent mit? Wann helfen Skills wirklich weiter? Welche MCP-Server bringen echten Mehrwert? Und wie schneidet man Aufgaben so zu, dass das Kontextfenster nicht zum Engpass wird?

In diesem Vortrag zeigt Sebastian Springer, wie man mit Rule-Files, Skills und MCP-Integrationen arbeitet, welche Aufgaben er einem Agenten guten Gewissens überlassen kann und an welchen Stellen er bewusst enger führt oder selbst das Heft übernimmt. Dabei geht es nicht um ein ideales Zielbild, sondern um konkrete Arbeitsweisen für Features, Refactorings und Bugfixes, inklusive der Dinge, die im Entwickleralltag eher nicht funktioniert haben.

Sie bekommen keinen allgemeinen Hype-Vortrag, sondern einen ehrlichen Einblick in einen Entwicklungsprozess mit Coding Agents: pragmatisch, technisch und direkt aus der Praxis. Am Ende ist klarer, welche Bausteine wirklich helfen und wie ein eigener, funktionierender Workflow aussehen kann.

Aufgezeichnet am 23.06.2026 bei der Online-Konferenz »Coding mit KI«, ein Rheinwerk Spotlight.

Themen des Vortrags

  • Rule Files als dauerhaftes Steuerungsinstrument: Architekturregeln, Stilkonventionen und Teststandards zentral im Team pflegen
  • Skills vs. MCP-Server: wann kleine Prompt-Bausteine helfen und wann ein Protokoll zur Außenwelt-Anbindung sinnvoller ist
  • Aufgaben klein schneiden: warum weniger Kontext, weniger Freiheitsgrade und explizite Zielbeschreibungen bessere Ergebnisse liefern
  • Kostenkontrolle ernst nehmen: wie vage Prompts und überladener Kontext den Token-Verbrauch in die Höhe treiben
  • IDE-Agent vs. CLI-Agent: persönliche Präferenzen und wann welcher Einsatzort passt
  • Anti-Patterns aus der Praxis: was passiert, wenn der Agent zu viel Freiraum bekommt – von umgeschriebenen API-Dokumenten bis zum 8-Millionen-Token-Lauf
  • Modellwahl jenseits des Neuesten: warum ein älteres GPT-Modell im Alltag stabilere Ergebnisse liefern kann
  • Verantwortung und Code-Review: warum die letzte Instanz menschlich bleiben sollte und was das für den Workflow bedeutet

Über den Speaker

Sebastian Springer ist Software Architect und Technical Educator bei Rohde & Schwarz. Er arbeitet an KI gestützter Softwareentwicklung und entwickelt praktische Workflows für Coding Agents, Automatisierung und moderne Entwicklungswerkzeuge. Neben seiner Arbeit in Projekten vermittelt er KI-Konzepte so, dass sie für Entwicklerinnen und Entwickler direkt nutzbar werden. Als Speaker zeigt er, welche Muster und Arbeitsweisen sich im realen Projektalltag bewähren – und wo typische Grenzen liegen. Er ist Autor mehrerer Fachbücher zu JavaScript und Node.js und überträgt diese Erfahrung auf Trainings und Vorträge rund um KI in der Softwareentwicklung.

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