Aber wir können da irgendwie mit dem Teleskop, mit dem Spektroskop hinschauen,
und können exakt sagen, aus welchen chemischen Elementen dieser Stern besteht.
Und das ist völlig irre, finde ich. Das ist vielleicht eine der größten Errungenschaften,
der Menschheit überhaupt. Deswegen ist das auch eines meiner Lieblingskapitel,
weil man sozusagen einen Fingerabdruck in Lichtjahren Entfernung sich anschauen kann.
Klüger als gestern mit Rheinwerk.
Hallo und herzlich willkommen zu Klüger als gestern. Mein Name ist Ali Hackalife,
ihr hört eine Produktion des Rheinwerk Verlags und heute darf ich Frank Sackenheim
bei mir begrüßen, der ein Buch über Astronomie geschrieben hat. Hallo Frank.
Hallo Ali, ich freue mich sehr, dass ich da sein darf.
Freut mich, dass das Gespräch zustande gekommen ist. Dein Buch hat den kompletten
Titel Astronomie, ein Praxisguide für die Himmelsbeobachtung.
Und ich würde sagen, es ist ein sehr umfangreiches Werk von Ich gucke gerne
mal in den Himmel zu, jetzt bin ich eigentlich an dem Punkt,
dass ich weiß, worüber die Profis reden, wenn die Profis über ihre Technik reden.
Ist das die Begleitschrift zu deiner eigenen Reise, wie du ins Hobby gefallen bist?
Das ist ganz interessant. Also tatsächlich ist es beim Schreiben des Buches
so gewesen, dass ich total häufig an meine eigenen Anfänge denken musste.
Also nicht nur, weil ich mich hineindenken musste natürlich in den Leser,
sondern auch, weil es hat regelrechte Flashbacks gegeben.
Also als Beispiel, das Buch ist ja jetzt erst vor zwei Tagen rausgekommen und
vor einer Woche habe ich abends nach einem langen Tag draußen auf dem Balkon
gesessen, habe so den Mond gesehen und habe echt so einen richtigen Flashback
bekommen, wie das früher war.
Also ich bin als Kind tatsächlich in das Hobby schon eingestiegen,
wie das früher war, als ich mit meinem Teleskop so den Mond betrachtet habe.
Den habe ich natürlich relativ häufig angeschaut.
Und das heißt, es gab einige Flashbacks. Und ja, ich habe natürlich auch dann
in meinen alten Büchern, die ich als Kind zum Beispiel gelesen habe,
die habe ich zum größten Teil alle noch.
Und habe darin mal so rumgeblättert und mir natürlich auch so ein paar Gedanken
gemacht, wie muss man das Buch überhaupt aufbauen.
Und ich möchte nicht sagen, ich habe da Ideen rausgeholt, aber ich habe natürlich
geschaut, wie haben die das früher gemacht. Also wir reden hier von den 1980er
Jahren, muss man dazu sagen. Wie haben die das damals gemacht?
Wie haben die solche Bücher aufgebaut?
Und tatsächlich ein Projekt ist ein Projekt, was auch in einem dieser alten
Bücher drin war. Das nennt man eine Barn-Door-Montierung.
Eigentlich sind das nur zwei Holzbretter, die über ein Scharnier verbunden sind.
Deswegen heißt das auch Barn Door, also Scheunentor.
Und damit kann man eine Kamera im Sternenhimmel nachführen. Und das stammt tatsächlich
aus einem der alten Bücher. Also ja, es ist ein bisschen auch eine Reminiszenz,
würde man sagen, vielleicht an meinen eigenen Einstieg.
Du hast dich schon als Kind dafür interessiert, dann auch mit dem,
was man so in den 80er Jahren haben konnte, dem Katalogbestellteleskop oder
wie war da dein Einstieg?
Genau, richtig. Also ja, vielleicht muss man noch weiter zurückgehen, denn,
jetzt habe ich das Datum nicht parat, aber es gab irgendwann das erste Space
Shuttle, also den ersten Start eines Space Shuttles und ich glaube,
das habe ich im Fernsehen gesehen und war von da an so fasziniert.
Und dann habe ich irgendwann zu Weihnachten so ein kleines Spielzeugteleskop,
bekommen und das war wirklich furchtbar. Also damit konnte man so gut wie nicht
sehen und es war auch alles ziemlich bunt, weil die Linsen so schlecht waren,
dass es so Farbverschiebungen gab.
Und mit zehn habe ich mir zur Kommunion damals, also habe ich mir nicht ein
Teleskop gewünscht, aber bei der Kommunion, da bekommt man immer Geld.
Und da habe ich einiges an Geld angesammelt. Und dann habe ich tatsächlich aus
so einem Versandhauskatalog, die es damals gab, also es gab,
ich weiß nicht, ob ich das sagen darf, Otto und Quelle.
Ja, das waren meine Inspirationsquellen. Da waren tatsächlich irgendwie Teleskope
drin und da gab es so ein KV-Teleskop, genau. Und das war mein erstes Ding und
damit ist der Einstieg gelungen.
Ich habe es direkt mal nachgeschaut. Du meinst vermutlich das STS-1,
das am 12. April 1981 gestartet ist?
Genau. Und das war um 14 Uhr, glaube ich sogar.
Also das ist ganz irre. Dadurch, dass es das Internet gibt,
dass man sowas direkt nachschauen kann. Weiß ich ganz genau,
was ich an dem Tag gemacht habe zu dieser Uhrzeit.
Mein Vater, der hat nämlich auf der Couch gelegen, der war Schichtarbeiter.
Und in der Regel hat er immer so vor sich hin gedöst, sage ich mal,
so halb geschlafen, halb wach.
Und ich kam als 81, da war ich 5 oder vielleicht war ich, ja ich war 5,
kam ich da ins Wohnzimmer rein und da hat er gesagt, gleich hebt es ab.
Und ich habe auf den Bildschirm gestarrt und habe dieses Ding gesehen, war völlig fasziniert.
Das gibt es ja bei einigen in der Biografie, dass sie so einen Raumfahrt-Technik-Moment haben.
Ich kenne das aus Gesprächen mit anderen Wissenschaftlern, die sagen,
sie haben als kleines Kind die Mondlandung gesehen.
Solche Momente sind dann ja doch sehr prägend, weil man auf einmal begreift,
wie viel räumlicher das Universum um uns herum ist und dass nicht alles auf der Erde stattfindet.
Und ich kann total verstehen, dass solche riesigen Technikprojekte und so dieses
Dem Menschen beim Fortschrittemachen-Zuschauen, dann einen Funken zündet,
der in einem weiterhin dann dieses Hobby auslöst.
Und jetzt sagtest du über die Technik, die du damals hattest,
farbverschoben und so weiter und so fort.
Und in deinem Guide, wenn du über den Einstieg in das Hobby heute sprichst,
da habe ich das Gefühl, es ist sehr viel einfacher geworden,
auch schon mit kleinem Geld interessante Dinge zu erleben. Und vor allem,
du beginnst mit dem Buch zu sagen, was können wir denn erstmal völlig ohne Technik
einfach so mit den Augen sehen.
Das finde ich einen sehr guten Einstieg, wenn man sich noch unsicher ist,
ist das überhaupt was für mich, dass man auch im Prinzip nur mit dem Buch bewaffnet
erstmal losziehen kann.
Das ist ja sowieso auch so ein Ding. Also Technik ist eine Sache.
Klar, man verbindet mit Astronomie sofort ein Teleskop oder zumindest ein Fernglas oder ähnliches.
Aber was auch eine Kindheitserinnerung bei mir ist, das sind diese,
ich nenne es immer lauen Sommerabende, wo man irgendwie draußen gegrillt hat mit der Familie oder,
vielleicht hat der eine oder andere war mal im Urlaub und meistens sind das
solche Momente, zum Beispiel im Urlaub, wenn man so in die Alpen fährt oder
so oder vielleicht auch in den Süden, also in den Mittelmeerraum,
wo man wirklich oft irgendwie noch einen viel krasseren Sternenhimmel sieht als hier.
Dann haben viele diesen Wow-Moment und sagen, boah, also wenn die die Milchstraße
zum ersten Mal sehen und das bewusst wahrnehmen, das ist eben das Ding.
Die sitzen da im Urlaub oder auf einer Terrasse und schauen hoch und nehmen
das bewusst wahr und sagen, hey, das ist ja krass, wie viele Sterne sehe ich
da heute eigentlich überhaupt und hey, da ist so ein Band, hey,
das ist die Milchstraße.
Das ist natürlich auch ein total prägender Moment. Und es gab witzigerweise,
jüngst quasi auch viele solcher Ereignisse, also während der Pandemie zum Beispiel,
gab es einen wahnsinnigen Boom in Richtung Astronomie, weil die Leute zu Hause gesessen haben.
Und da wollten sie nicht im Haus sitzen, sondern sind so im Frühjahr,
im April, Mai rausgegangen auf ihren Balkon, auf ihre Terrasse,
haben draußen gesessen und haben nach oben geguckt.
Und das hat tatsächlich einen wahnsinnigen Boom ausgelöst.
Das ist eine der Sachen, die ich jetzt in der Vorbereitung auf die Sendung auch mitbekommen habe.
Astronomie war dadurch, dass es ja immer schon ein sehr nerdfreundliches Hobby
war, eine der Sachen, wo es sehr früh im Internet dann auch entsprechend Foren
zu gab, in denen Leute sich über ihre Technik ausgetauscht haben, dementsprechend.
Also internettechnisch gesehen ist jetzt der Anteil an Astronomieforen ein bisschen
zurückgegangen, weil es sehr viel mehr Internet gibt, aber es ist ein Dauerthema, das bleibt.
Und da fand ich sehr interessant zu sehen, die Technik, mit der man heute einsteigen
kann, sagst du ja auch, was Ferngläser können und beschreibst in deinem Buch,
auf welche Werte man da achten sollte, welche Zahl für was steht zwischen dem
Okular und der Öffnung und warum man vielleicht ein Fernglas möchte oder eben auch nicht.
Und ich hatte selbst die Erfahrung gemacht, dass man schon mit wenig Geld im
Vergleich zu dem, was du vermutlich noch in den 80ern im Katalog ausgegeben
hast, heute echt interessante Dinge sehen kann.
Und ich bin regelmäßig bei Freunden an einem See in Mecklenburg-Vorpommern zelten
und die nächste Straßenlaterne ist ungefähr eine halbe Stunde Autofahrt entfernt.
Also man sieht wirklich sehr gut den Nachthimmel.
Und da hatten wir ursprünglich nur ein Fernglas gekauft, um auf dem See Vögel
zu beobachten und was da halt so rumschwimmt.
Und dieser Moment, das erste Mal dann nachts mit dem Fernglas auf den Mond schauen
und ich erinnere mich, dass obwohl das war ein lauer Sommerabend,
aber so den Mond mal so nah zu sehen und nicht in einem Video,
nicht auf einem Bildschirm, sondern wirklich
nur durch das Glas vergrößert, das hat bei mir so ein ganz komisches,
kaltes Gefühl ausgelöst, von wegen dieser lebensfremde Ort ist da draußen so nah zu mir.
Und ich finde es schwer in Worte zu fassen, aber diese Faszination kann ich
sehr, sehr gut nachvollziehen.
Es ist witzig, dass du genau das beschreibst, was ich zuvor gesagt habe,
nämlich dass du irgendwie eigentlich so völlig relaxed irgendwo warst.
Und Mecklenburg-Vorpommern übrigens ist in Deutschland eine der Gegenden,
wo man das ganz besonders gut kann. Das ist wirklich bekannt, also auch in der Szene.
Das ist eine der Ecken, die in Deutschland doch wirklich einigermaßen natürlich
einen Nachthimmel hat. Also da hast du dir gleich einen richtig guten Ort ausgesucht.
Witzig ist, also das hatte ich auch irgendwie berührt, dass es durchaus auch
unterschiedliche Gefühle auslösen kann.
Also manche Leute sind erstmal total fasziniert und dann kommt meistens so ein
zweiter Gedanke, nämlich irgendwie die Größe und das alles und Unendlichkeiten, solche Dinge.
Und manchen macht das sogar Angst. Ich habe Leute, mir sind Leute begegnet,
Die gesagt haben, ah nee, das ist mir jetzt so unheimlich. Also das kann auch passieren.
Ich kann das ein Stück weit verstehen, weil auf einmal Dinge,
die man sonst nicht sieht, gut verdrängen kann, einem so ins Bewusstsein kommen.
Und was ich auch bemerkenswert finde, dadurch, dass ich da ja viele Jahre zum
Zelten am immer selben Ort war, ich habe dann irgendwann angefangen,
bewusst wahrzunehmen, oh, das, was
da gerade vorbeifliegt, das ist so eine Starlink-Satellitenkonstellation.
Und dann auch Apps runtergeladen, mit denen man benachrichtigt wird,
wenn gerade was über einen vorbeifliegt.
Und dann habe ich ein anderes Gefühl bekommen, nämlich wir vermüllen gerade
ganz schön doll den Weltraum.
Ja.
Da hatte ich dieses Angstgefühl von wegen, was ist, wenn wir gerade so an der
Schwelle sind zu den letzten Leuten, die noch schön ins Weltall gucken konnten.
Ja, das ist ein total berechtigter Einwand. Und natürlich spreche ich das im Buch auch an.
Es gibt ein ganzes Kapitel über das Thema Lichtverschmutzung.
Das ist überhaupt nicht im Bewusstsein der Leute drin, dass die Lichter,
Straßenlaternen, Autos,
Straßenverkehr, also dass wir irgendwie uns den Blick auf den natürlichen Nachthimmel verbauen.
Und das andere ist, das ist in den letzten Jahren eben hinzugekommen,
das sind diese sogenannten Megakonstellationen, also es fliegt wahnsinnig
viel mittlerweile da oben rum.
Und es wird noch mehr werden, weil durch Starlink sind jetzt auch andere Unternehmen
auf den Zug aufgesprungen, also Amazon zum Beispiel.
Das ist ja auch so, dass diese riesigen Tech-Typen dann zufällig auch noch ein
Weltraumunternehmen haben, also Bezos und wie sie alle heißen.
Die kommen jetzt auch darauf. China ist natürlich auch ein ganz großer Player in diesem Markt,
und auch da wieder der Link zurück zur Pandemiezeit, weil da ging das gerade
los, da wurden die ersten Starlinks hochgeschickt und dann sah man so richtig
so Lichterketten am Himmel entlang fliegen und,
Und das hat natürlich wahnsinnig viele UFO-Meldungen gegeben und ja,
auch dadurch haben die Leute aber irgendwie auch ein Bewusstsein mehr dafür
bekommen, was da oben eigentlich passiert.
Der bekannte Astrophysiker Neil deGrasse Tyson erzählte mal im Interview, dass er
am selben Tag von Freunden die Nachricht bekommen hat, als gerade in den USA
die ersten Lockdowns angekündigt wurden und man sah die Starlink-Konstellation,
dass Leute gefragt haben, verlassen gerade die Milliardäre die Erde?
Ah, okay. Ja, das ist bizarr. Ich kann diese Gedankengänge nicht nachvollziehen,
aber okay, gut. Ich verstehe die Logik so ein bisschen.
Es gibt eben diese Überschneidung zwischen in der Pandemie gucken Leute auf
einmal mehr in den Himmel und sehen Dinge, die sie nicht kennen.
Und um mal näher an deinem Buch zu bleiben, du beginnst damit,
dass du eine Einführung gibst von was kann ich eigentlich mit dem bloßen Auge
sehen, damit ich mich überhaupt am Himmel orientieren kann.
Und ich muss ganz ehrlich sein, vieles davon hatte ich schon mal gehört,
aber hatte überhaupt keine Ahnung. Also Sirius ist, hat man schon mal gehört,
dann als „Per Anhalter durch die Galaxis"-Leser.
Per Anhalter durch die Galaxis, ja.
War mir natürlich Beteigeuze auch vertraut, aber dann mal zu lesen,
ja, wenn du das siehst und dahin verlängerst, dann findest du das und so weiter.
Also so dieses überhaupt mal ein Gefühl dafür zu bekommen, sich zu orientieren,
das habe ich in der Tiefe vorher noch nie gemacht. Das sind so Sachen,
die sieht man dann im Planetarium in der Einführung in den ersten zehn Minuten
und zehn Minuten später hat man sie wieder größtenteils vergessen.
Aber da ist dein Buch ja wirklich ein guter Guide, um überhaupt mal so ein Gefühl
dafür zu bekommen, wo würde ich denn nach was jetzt suchen?
Wie bist du damals, ich nehme an, mit Büchern und Sternenatlas dahin gekommen?
Ja, also es ist so ein bisschen verschwommen. Es ist jetzt auch eine Zeit lang
her, dass ich damit angefangen habe. Einige Erinnerungen sind noch sehr,
sehr präsent, andere nicht mehr so.
Ich kann mich erinnern, das klingt sehr lustig jetzt gerade,
aber ich komme von einem kleinen Dorf. Und es gab so einmal im Jahr oder vielleicht
zweimal im Jahr, gab es den Sperrmüll. Da haben Leute ihren Müll vor die Tür gestellt
und für Kinder war das ein Paradies. Also wir sind dann natürlich durchs Dorf
gezogen, haben diese ganzen kleinen Haufen von dem, was die Leute so wegwerfen,
durchsucht, nach irgendwas, was irgendwie spannend ist.
Und da habe ich ein Set von Sternkarten gefunden und in den 1980er Jahren,
da war alles, was irgendwie so mit Phosphor leuchtet, war total cool.
Also so Armbanduhren mit Zeigern, die irgendwie nachts leuchten.
Und das waren jetzt selbst leuchtende Sternkarten. Also genau das Gleiche.
Das ist irgendein Farbmittel, was da aufgetragen wird und das leuchtet dann
nachts. Man muss das unter der Lampe halten.
Und das hatte irgendjemand weggeworfen. Ich habe mir das sofort gecatcht.
Und das waren meine ersten Sternkarten. Da habe ich tatsächlich dann die Orientierung gelernt.
Mit irgendwas, was andere Leute weggeworfen haben.
Phosphor und Weltraum klingt aber wirklich sehr 80er.
Ja, das ist auf jeden Fall. Ja, das hat in den Zeitgeist gepasst damals.
Und dann ist man vermutlich der im Freundeskreis, der, wenn man irgendwo mal
abends Sterne sieht, sagt, ah und wenn du von da nach da guckst, dann siehst du das?
Also ich nehme an, das lässt dann nicht mehr los, wenn man da erstmal angefangen
hat, so ein bisschen Orientierung zu finden.
Es war sehr schade insofern, dass wirklich niemand meiner Freunde annähernd das Interesse hatte.
Und so wird man dann ein Nerd, wie man heutzutage sagt. Also so ein bisschen
steht man da alleine da. Und damals gab es eben auch noch kein Internet.
Das heißt, tatsächlich war dann meine Zuflucht, waren dann Bücher.
Und das heißt, von da an habe ich mir zu jeder Gelegenheit Bücher gewünscht,
zum Geburtstag, zu Weihnachten, zu Ostern, was es alles gab.
Und habe die regelrecht verschlungen.
Ich erlebe, wenn ich in so Astronomieforen blättere, ich habe ja im Rahmen auf
die Vorbereitung auf die Sendung mir auch mal ein bisschen die Technik angeschaut,
über die du in deinem Buch schreibst und was Leute da selber so gebastelt haben,
dass es da eine Melancholie für die Zeit gibt, weil das Hobby damals noch
schwerer zu erreichen war, aber es sich auch nach mehr Erfolg angefühlt hat, wenn man jetzt endlich
das Teleskop zusammengespart hat, das man heute mit einem Klick kaufen kann.
Und der Peak dessen, würde ich sagen, ist, dass es jetzt in den USA einen Betreiber gibt,
der ein großes Areal mitten in der Wüste hat, wo du dein Teleskop und deine
Kameratechnik hinschicken kannst und sie bauen es auf und du kannst dann automatisiert
von zu Hause die Bilder sehen und kannst im Prinzip dein Hobby übers Internet
ausführen, musst aber gar nicht mehr selbst vor Ort sein.
Und dass Leute da sehr gespalten sind. Zwischen früher war das Hobby viel schwieriger
einzusteigen, aber es hat sich auch noch nach größeren Erfolgen angefühlt.
Ich nehme an, du, der das Hobby aus der Zeit kennst, verstehst die Melancholie der Leute?
Genau, ich verstehe beides. Also ich bin völlig fasziniert von den Mitteln,
die wir heute haben. Ich sage das auch an jeder Stelle, es sind gerade goldene Zeiten.
Man kann alles bekommen, auch an Wissen kann man alles bekommen.
Und gleichzeitig denke ich, ach man, irgendwie geht das verloren,
was damals eben so speziell war vielleicht.
Aber das ist ja immer so, wenn es in der Zeit weitergeht, dann hat man so eine
gewisse Melancholie für früher.
Und irgendwie ist es schön, sich, glaube ich, beides zu erhalten.
Und es ist auch wichtig, beides im Auge zu haben.
Dein Buch ist ja so strukturiert, dass du anfängst mit dem oberflächlichen Einstieg
von wir gehen mal raus und gucken interessiert, hin zu wir fangen an uns mit
dem ersten Equipment auseinander zu setzen und dass du dann auch da einstreust,
warum Lichtverschmutzung so ein wichtiges Thema ist.
Und auch das Lichtverschmutzung hatte ich lange nur als wir sind unten auf der
Erde zu hell betrachtet und jetzt dann mit Starlink und Co.,
dass wir auch anfangen, das wo wir hinschauen mit Licht zu verschmutzen.
Das ist ja ein leidiges Thema.
Es gibt so Sachen wie den Internationalen Tag, um auf Lichtverschmutzung aufmerksam
zu machen, aber dass ich nicht mal auswendig weiß, wann der ist,
zeigt, dass es vielleicht ein bisschen mehr Initiative bräuchte,
um den Leuten zu erzählen, warum Lichtverschmutzung so wichtig ist.
Denn das ist ja nicht nur, dass man weniger über das Universum erfahren kann,
sondern ich habe auch das Gefühl, und das ist jetzt vielleicht ein bisschen
esoterisch, mich erdet es extrem, wenn ich einen guten Nachthimmel sehen kann,
weil ich das Gefühl habe von, da draußen ist noch viel mehr.
Also wenn es sich irgendwie tröstet, ich weiß den Tag auch nicht.
Aber ja, du sprichst genau das Thema an. Das ist in der Gesellschaft überhaupt
nicht angekommen. Es gab, glaube ich, den Versuch oder vielleicht gab es auch
Petitionen im Bundestag, dass das Thema überhaupt mal besprochen wird.
Das ist natürlich gerade völlig indiskutabel, dass man da überhaupt drüber nachdenkt,
weil wir ganz andere Themen haben in der Politik.
Es ist auch schwierig mit Leuten darüber zu reden, weil es sofort abgewedelt
wird nach dem Motto, was soll das denn sein, Lichtverschmutzung nie gehört und
das kann auch nicht so schlimm sein.
Also wenn es jetzt Studien morgen gäbe, die sagen würden,
dass wenn wir quasi die Nacht zum Tage machen, ist für unseren Organismus,
für die Menschen total schrecklich, total schlimm, es würde irgendwie schlimme
Krankheiten auslösen, was weiß ich, sowas wie Krebs oder so,
dann wäre das morgen total anders, dann wäre das ein großes Thema morgen,
aber das ist nicht der Fall.
Es gibt Studien, medizinische Studien, die sich natürlich damit beschäftigen,
welchen Einfluss das hat.
Dann geht es aber oft auch irgendwie, es gibt auch Studien, die sich mit dem
Einfluss auf die Umwelt beschäftigen, was weiß ich, also Tiere,
Zugvögel, die desorientiert sind.
Falter, alle möglichen Falter, die irgendwie nachts um Laternen kreisen und
dann am nächsten Morgen zuhauf unter der Laterne irgendwie liegen.
Aber das sind gerade echt uncoole Themen, habe ich den Eindruck.
Und es ist natürlich jetzt in der Allgemeinheit schwierig, den Leuten zu vermitteln,
ey, wir haben da irgendwie ein Problem, das müssen wir eigentlich angehen,
weil alle das abwiegeln.
Also es ist so, Licht ist heute viel einfacher. Früher war Licht so ein Problem,
weil die alten Glühbirnen haben wahnsinnig viel Wärme erzeugt.
Und das heißt, man ist relativ sparsam mit dem Mittel Licht umgegangen.
Jetzt gibt es neue Technologien, was eigentlich gut ist, nämlich zum Beispiel LED.
Und man könnte sagen, wir könnten viel effizienter mit Licht umgehen.
Aber was machen wir stattdessen?
In der Weihnachtszeit bauen wir einen Flak-Scheinwerfer im Garten auf.
Früher hat man irgendwie vielleicht so ein paar Lichter in den Baum reingemacht
und heute. Also das ist jetzt ein überspitztes Beispiel.
Das ist Effizienzparadoxon. Je einfacher es zur Verfügung steht,
umso verschwenderischer gehen wir damit um. Wir sehen das ja in ganz vielen
Bereichen. Wir haben die effizienteste Motorentechnik, seit wir Motoren bauen
und wir bauen immer größere Autos damit.
Wir haben jetzt die Möglichkeit, dass wir nicht mehr nur so Monumente wie die
Golden Gate Bridge mit aufwendigen Lampen bestücken können, sondern wir können
alle Brücken mit Lampen bestücken. Dann machen wir das auch.
Ja und es geht gar nicht darum, also wenn wir jetzt diese Diskussion anfangen,
ich habe mir natürlich schon mal überlegt, was würde ich jetzt sagen,
wenn ich in der Diskussionsrunde wäre zu dem Thema.
Es geht ja gar nicht darum, was ja auch immer schwierig ist,
den Leuten irgendwas zu verbieten.
Aber man könnte sich ja einfach drüber nachdenken, ey, müssen wir denn nachts
um zwei wirklich alles hell erleuchten, weil die allermeisten Menschen schlafen dann.
Und ich komme hier aus Köln, natürlich, wenn ich den Dom sehe,
bekomme ich auch Heimatgefühle, aber muss der denn wirklich die ganze Nacht
beleuchtet sein oder kann man auch, was weiß ich, um zehn sagen,
so jetzt machen wir das Licht mal aus.
Es geht ja darum irgendwie, ob man vielleicht einfach irgendwo was einsparen
könnte. Es geht hauptsächlich auch um Werbetafeln.
Klar, Industrieanlagen, da
ist es schwierig, die müssen vielleicht die ganze Nacht beleuchtet sein.
Aber bei vielen Dingen, glaube ich, könnten wir einfach effizienter sein,
könnten auch einfach sparen und Energie sparen, was heute doch auch ein großes
Thema ist und ein wichtiges Thema ist.
Und vor allem, es geht ja gar nicht darum zu sagen, wir beleuchten nichts,
sondern wir beleuchten, wie du sagst, effizienter, sinnhafter.
Also dass man sagt, ja, es ist wichtig, dass im öffentlichen Raum Fußgängerwege
beleuchtet sind, aber dass man vielleicht darauf achtet, dass die Lampen nach
oben entsprechend geschirmt sind und nicht wahllos vor sich hin leuchten,
nur weil es halt nicht mehr kostet.
Also da muss ich auch beim Schreiben, war das ein schwieriger Punkt,
weil ich natürlich auch gesagt habe, ja es gibt überhaupt keine Forschungsergebnisse
dazu, was Sicherheit angeht, weil das Totschlagargument ist immer,
man fühlt sich sicherer.
Und da muss ich vorsichtig dann sein, weil es gibt schon natürlich den Sicherheitsaspekt,
den darf man einfach nicht leugnen.
Das heißt, jetzt hinzugehen und zu sagen, wir müssen das radikal ändern,
wir machen nachts alle Lichter komplett aus, ist wahrscheinlich auch nicht der richtige Weg.
Aber mal zu schauen, okay, im Park brauchen wir ein paar Lampen oder in der
dunklen Gasse, aber wie können wir die so,
anbringen und was können wir tun, damit die wirklich nur nach unten leuchten
und nicht vielleicht noch irgendwie in die Zimmer der Häuser reinleuchten oder
im schlimmsten Fall sogar noch nach oben abstrahlen.
Ja, Lichtverschmutzung ist ja ein Thema, weil das ganze Thema Astronomie ist
ja Naturbeobachtung und sowohl das Hobby,
die eigenen Messinstrumente zu bauen, zu verfeinern, zu verstehen,
zu bedienen, als auch das, was man da beobachtet.
Und da kam man ja gar nicht drumherum, als sich über so Sachen wie die Auswirkungen
auf die Natur Gedanken zu machen.
Im praktischen Fall und da geht es auch in dem Buch irgendwie im zweiten Kapitel
geht es auch gleich darum, ja, wo kann ich überhaupt das Hobby ausüben und man
ist gesegnet, wenn man in der ländlichen Gegend wohnt.
Aber wenn man in der Stadt wohnt, dann ist man eigentlich gezwungen,
rauszufahren und eine halbe Stunde oder eine Stunde irgendwo hinzufahren,
wo man überhaupt einen Sternenhimmel sehen kann, der es verdient so auch genannt zu werden.
Also hier in der Stadt sieht man natürlich die hellsten Sterne und man kann
vielleicht die Sternbilder lernen, aber das war es dann auch.
Ja, ich habe viele Jahre in der Universitätsstadt Marburg gewohnt in Hessen
und da fand ich immer sehr schön zu sehen, es gibt dort ein altes Gebäude mitten im Altstadtkern,
das war früher das Gebäude der Physik, das ist heute immer noch das Gebäude
der Physik und die hatten 1800 irgendwas da eine Sternwarte oben reingebaut.
Die darf man heute nicht mehr betreten, weil sie aus Holz ist und aus Brandschutzgründen.
Das ist ganz kompliziert.
Aber heute würde ja auch niemand mehr in den Altstadtkernen einer Stadt mit
80.000 Einwohnern eine Sternwarte bauen, weil es einfach viel zu hell ist.
Und dass das damals etwas war, wo man nachts noch aus der Stadt heraus sinnvoll
Beobachtungen machen konnte, das ist so etwas, das mich auch irgendwie melancholisch
und verträumt macht, wenn ich darüber nachdenke, wie es wohl ausgesehen haben muss.
Ja, das ist ein guter Punkt. Also früher war das völlig normal.
Ich bin beruflich viel auf Reisen, komme ordentlich rum in der Welt und,
immer habe ich so ein bisschen, also ich gucke immer ein bisschen nach oben,
auch am Tag tatsächlich und schaue irgendwie, wenn ich in irgendeiner Stadt
bin, oben auf die Häuser obendrauf, ob da irgendwo so eine Kuppel steht.
Also ich habe da schon so einen Riecher dafür und habe tatsächlich schon viele,
historische Sternwarten, muss man sagen. Dann in, was weiß ich,
in Sydney habe ich eine gefunden.
In Skandinavien, in verschiedenen Städten, Kopenhagen habe ich Sternwarten gefunden.
Es gibt auch in Deutschland einige historische, in Berlin zum Beispiel,
auch in Bonn oder Marburg, wenn du das sagst.
Und es zeigt tatsächlich, also vor der Industrialisierung hat man tatsächlich
auch ernsthafte Forschung aus der Stadt heraus betrieben.
Und auch da die ganze Geschichte der Astronomie ist ja eine total gesellschaftspolitisch
aufgeladene und ich habe ein bisschen das Gefühl, diese Dimensionen geraten
gerade ins Hintertreffen.
Also wenn man sich anschaut mit den ersten Fernrohren und dann noch einer Kirche,
die gesagt hat, die Erkenntnisse, die ihr da habt, das widerspricht unserem
Weltbild, die dann aber zeitgleich auch selbst geforscht hat.
Der Vatikan hat unfassbar früh angefangen, Teleskope zu bauen und Forschung zu erheben.
Sie haben bis heute ein riesiges Archiv an Lithografieplatten und das ist so
sehr faszinierend, wie sehr Astronomie direkt mit Weltverstehen und mit Fortschritt mal verbunden war.
Und ich finde, diesen Hauch hat es für mich heute immer noch,
wenn ich mich dann damit befasse, was kann ich denn da sehen und warum weiß
ich, dass ich das nicht mehr sehen kann?
Warum kann ich das herleiten? Du hast ja in deinem Buch auch Erklärungen mit
dem Spektrum von Sonnenlicht zerlegen und so weiter. Also dieses Ganze in die
Naturwissenschaft eintauchen über das Hobby.
Mich als Nerd spricht das natürlich sehr an, aber da muss ich auch sagen,
diese gesellschaftliche Dimension, die das mal hatte und der gesellschaftliche
Sprengstoff, der fasziniert mich auch. Also da merke ich, dass ich dann doch
auch als Geschichtsnerd mit in das Thema reinschauen kann.
In der Astronomie gab es oder da gibt es ein Schlagwort, das heißt The Great
Debate, also die große Debatte.
Und das war in den 1920er Jahren haben zwei Wissenschaftler,
zwei Astronomen einen Schlagabtausch gemacht darüber.
Es ging darüber, man hat damals die ersten Astrofotos auch gemacht,
also durchs Teleskop fotografiert und hat dann irgendwie Sternwolken gefunden am Himmel.
Und da ging es darum, sind das eigenständige Welten oder gehören die zu unserer
Welt, also zu unserer Milchstraße, zu unserer eigenen Heimatgalaxie.
Und da gab es eine große Debatte tatsächlich.
Und das muss man sich vorstellen, dass das wirklich dann so ein öffentlicher
Schlagabtausch war. Also ja, sowas fehlt heute so ein bisschen vielleicht.
Also es wird immer darauf geachtet, welchen Nutzen hat das.
Astronomie ist heutzutage, ja, habe ich immer den Eindruck, da wird sich wenig
drum geschert, das war alles ganz spannend und man interessiert sich dafür,
aber es hat so keinen direkten Nutzen.
Es ist, wie sagt man dazu, Grundlagenforschung, mehr nicht.
Aber es gibt immer wieder Berichte über das,
neuste größte Teleskop in Chile und so, aber natürlich fragen sich heute viele
Leute, ja, was bringt uns das denn eigentlich, wenn wir da nach draußen schauen,
und immer mehr erfahren und uns hier die Köpfe einschlagen,
bringt uns irgendwie nichts.
Also ich würde argumentieren, dass das immer noch diesen Touch von Zukunftsvision
und Erkenntnis um der Erkenntnis willen, das sind für mich alles optimistisch stimmende Werte,
so wie Forschung auch als Selbstzweck Dinge produziert, die man natürlich nicht absehen kann.
Da gibt es ja auch gerade wieder unangenehme politische Debatten über Grundlagenforschung,
aber das soll hier nicht Gegenstand des Gesprächs sein.
Das sollen andere Leute auskaspern. Aber ja, also das ist glaube ich das,
was mich davon abhält, sehr viel Geld in Astrofotografie reinzuwerfen.
Dass ich mir denke, bis der Punkt angekommen ist, wo meine Technik mir Fotos
bringt, die ich so nicht bei anderen hätte sehen können, das ist sehr teuer.
Aber ich verstehe natürlich, wenn Leute sagen, ich habe jetzt hier so viel mit
meinem eigenen Auge durchgeschaut, ich möchte jetzt bessere Sensoren da dranhängen.
Und dann kommt früher oder später an die Frage, welchen Sensor kann ich mir
leisten und was kann der dann noch?
Und also ich nehme mal an, das Hobby hat für viele dann den Punkt,
wo man irgendwann sagt, ich möchte jetzt bessere Ausrüstung,
aufwendigere Ausrüstung. Und dann sind wir im digitalen Zeitalter,
dass man sich auch die Frage stellt, mache ich meine Messinstrumente digital
und gucke nicht mehr nur mit dem Auge durch?
Ja, natürlich, also im Verlauf des Buches geht es zwangsläufig in die Richtung,
also irgendwo ab der Mitte wird der erste Sensor etabliert, also eine kleine
Kamera etabliert oder schon früher.
Aber ganz am Ende, das ist spannend, im letzten Kapitel werden auch die sogenannten
Smart-Teleskope erläutert.
Ich habe das ans Ende gepackt und habe jetzt schon darüber nachgedacht,
wenn man dieses Buch in fünf Jahren schreibt oder vielleicht schreibe ich eine
zweite Auflage irgendwann mal, wer weiß,
muss man dann dieses Kapitel nach vorne packen. Weil man hat heute die Möglichkeit,
mit sogenannten Smart-Teleskopen, ohne diesen langen Weg des Erlernens der Astrofotografie,
sofort wirklich beeindruckende Bilder zu machen.
Das ist wirklich eine krasse Entwicklung, die sich da erst in den letzten,
sage ich mal, fünf Jahren irgendwie getan hat. Und ja, preislich,
das ist immer alles teuer.
Ja, also wenn ich jetzt sage, das kostet nur 500 Euro, das kleinste Smart-Teleskop,
dann sagen manche immer noch, wow, das ist aber viel Geld.
Klar, aber wenn man sich mal realistischerweise anschaut, was so meine Ausrüstung
kostet, dann ist es eigentlich sehr wenig Geld.
Vor allem, wenn man schaut, was da alles mittlerweile reingeflossen ist.
Da sind die entsprechenden Karten, dass es sich ausrichten kann.
Da sind die Motoren, die nachführen drin. Die Technik sind wirklich gute Sensoren.
Und es passt in eine Laptoptasche und es ist relativ stoßfest.
Das ist ja, also wenn man das als Kriterien ansetzt, dann ist der Preis,
und es ist in einer Kleinserie produziert, dann ist der Preis ja wirklich beeindruckend.
Ich nehme mal an, wenn du schon so viele Jahre in dem Hobby bist,
du denkst nicht gerne über den Preis deiner Ausrüstung nach,
weil es einem Kleinwagen ähnelt?
Ja, genau. Ich weiß nicht, ob es nicht mittlerweile auch ein Mittelklassewagen ist.
Ja, das kenne ich aus anderen Hobbys mit Gear nur allzu gut.
Also wenn Leute darüber reden, was sie für ihr Auto ausgegeben haben und was für ihr Zweitrennrad.
Ja, ja, ja. Also ein Rennrad habe ich ja auch stehen, fahre leider viel zu selten.
Und auch da gibt es natürlich das Gear Acquisition Syndrome, nennen wir das.
Und aber auch das, du hast ja mitgemacht, wie die Technik immer digitaler wurde.
Also man richtet analog aus und man führt analog nach hinzu.
Die Motoren sind jetzt am Computer vernetzt und können selber nachführen.
Genau, also das ist ein Privileg meiner Generation, dass wir nicht nur in der
Astrofotografie oder in der Astronomie diese Entwicklung durchgemacht haben.
Wir haben ja auch noch früher Dinge auf Kassette aufgenommen oder Schallplatten
gehört, haben die CD mitgemacht und hören heute Musik im Internet.
Also in allen Bereichen oder Fotografie, ja, ich habe früher noch auf Film fotografiert,
dann kam irgendwann die erste Digitalkamera.
In allen Bereichen ist das ja so, dass meine Generation genau das alles miterlebt hat.
Also diese krasse technische Entwicklung. Und es ist wirklich abgefahren.
Also wo wir in den 1980ern waren, als das, wie wir vorhin schon gesagt haben,
alles anfing sehr populär zu werden und wo wir heute sind.
Ich habe keine Zahlen dazu, aber ich glaube das heute auch.
Dass es heute wesentlich mehr Leute gibt, die sich mit dem Thema auseinandersetzen,
die früher einfach sehr schnell wieder abgesprungen wären, weil die gesagt haben,
ey, das ist ja Irrsinn, was ihr da macht, das ist ja völlig bescheuert, da war ich nicht mit.
Und es ist ein Vorteil für den Einstieg und ein Nachteil zum Dranbleiben.
Also ein Thema beim ganzen Astronomie-Hobby, das mich immer gewundert hat,
ist, dass es ja doch sehr männlich dominiert ist.
Aber in den Himmel gucken müsste ja allen Spaß machen und sich Gedanken darüber
zu machen, was man da sehen kann und wo man das sehen kann.
Und dann hatte ich mich mit einer guten Freundin darüber unterhalten,
die erzählt hat, ja, sie lebt im Bereich Berlin.
Wenn man da in entsprechende Vereine, also es gibt dann ja Sternwartenvereine
und so weiter, mal mit reinkommt als Frau, dann wird man auch sehr schnell von
den Männern, die da sind, belagert.
Was es schwierig macht, am Hobby zu bleiben. Und es gibt wenig Frauen in der
Szene entsprechend, das ist schwer für die Frauen reinzukommen,
aber dadurch, dass man ja heute sich alles selbst online anlesen kann,
in Videos lernen und so weiter,
ist es natürlich auch als Frau möglich, in das Hobby reinzukommen.
Und dadurch, dass die Technik so viel besser geworden ist, muss man jetzt nicht
mehr im Verein einer Sternwarte sein, nur weil man mal selbst die Ringe von Saturn sehen möchte.
Und da bin ich dann doch ein bisschen zwiegespalten, weil ich mir auf der einen
Seite denke, das ist so ein schönes Hobby für vermutlich alle,
sich mit den Natur um sich herum auseinanderzusetzen, dass ich nicht verstehe, dass es da immer noch
diesen großen Gender-Gap gibt, den ich bei einem technikaffinen Hobby in den
90ern noch eher verstanden hätte.
Also ich bin in allem, was ich tue, in diesem Bereich unterwegs.
Also ich bin Jazzmusiker von Hauptberuf, spiele Saxophon und auch da war bis
vor 20 Jahren eine komplette Männerveranstaltung.
Und da wird es ein bisschen besser, sage ich mal.
Und auch in der Astronomie verändert sich gerade ein bisschen was.
Aber es ist immer noch so, ich habe einen eigenen YouTube-Kanal.
Und wenn ich mir die Statistik angucke, ich glaube, wir sind bei 98% Männer
zu 2% Frauen, was die Statistik angeht. Also nur auf YouTube.
Also mache ich mir gerade Gedanken drum, weil es gibt auch eine Initiative,
ich habe leider den Namen der Dame vergessen, aber es gibt gerade aktuell eine
Person, die sich mit dem Thema auseinandersetzt, die also auch auf Social Media,
da irgendwie aktiver wird.
Und da habe ich überlegt, naja, da könnte ja man, man könnte das ja mal zum Thema machen.
Wie gesagt, ich habe einen eigenen YouTube-Kanal, da könnte man mal ein Filmchen
zumachen und das mal erforschen, weil es gibt durchaus total erfolgreiche Frauen in der Astronomie.
Also nicht nur historisch gibt es die und auch aktuell in der Forschung,
sondern auch in der Hobbyastronomie.
Zum Beispiel auch im Rheinwerk Verlag erschienen ist das Buch von Katja Seidel,
zum Thema Astrofotografie. Das
ist, was das angeht, wirklich, glaube ich, ein Bestseller gewesen.
Ist, glaube ich, mittlerweile in der dritten Auflage. Wird wahnsinnig viel gekauft.
Und es hat eine Frau geschrieben. Also fragt man sich dann doch,
woher kommt dieser Gender Gap heute noch?
Zum Thema Astrofotografie. Du hast, um noch mal ein bisschen an deinem Buch
entlang zu hangen, auch über Detailaufnahmen geschrieben.
Das ist etwas, das habe ich gelesen, aber Astrofotografie, also vielleicht,
weil ich mich scheue, den Preis eines Kleinwagens dafür auszugehen.
Aber auch, weil ich dann oft denke, ja, aber
Und was kann ich da mit meiner Technik denn rausholen? Und für mich hat so dieses
direkte, nur durch Glas auf etwas gucken, das hat für mich einen
Moment, der mich irgendwie mehr ergreift, als auf dem Bildschirm dann die Aufnahmen
aus der Nacht auszuwerten oder nachzukorrigieren oder so.
Und ich verstehe, dass das mittlerweile ein großer und relevanter Teil des Hobbys
ist, aber kannst du mich da vielleicht mal abholen, was geben dir deine Fotos,
was dir dann die NASA-Karte vom Mond nicht gibt?
Dass es selbst gemacht ist. Also ich, das ist immer schwierig zu vermitteln.
Ich kann mich erinnern, dass ich mal auch einer Dame erklären musste,
was denn jetzt der Reiz daran ist, völlig automatisiert ein Objekt am Himmel aufzunehmen.
Und da musste ich auch erstmal kurz nachdenken. Und da habe dann,
glaube ich, sowas gesagt wie, ja, es ist aber mein Bild dann am Ende,
auch wenn es völlig automatisiert aufgenommen wurde.
Ja, wie soll man das sagen? Also klar hat das Gucken durch ein Okular und wirklich
dieses physische, das Licht auf die Netzhaut prasselt, das ist natürlich was anderes.
Auf der anderen Seite ist es so, dass erst durch Kameratechnik überhaupt Dinge
sichtbar werden, die das Auge einfach nicht mehr zeigt.
Und das ist natürlich schon faszinierend. Also es gibt auch die Faszination, dass,
wenn man zum ersten Mal die Kamera an ein Teleskop packt und dann,
was weiß ich, so 30 Sekunden den Verschluss öffnet und dann sieht man plötzlich
ein Objekt auch noch in Farbe, weil das können die Augen auch nicht nachts Farben sehen,
dann hat das ein absolut.
So ein Game-Changer-Moment.
Ja, also das ist so wirklich, dass man denkt, wow, das ist nochmal was ganz,
ganz anderes wie die Betrachtung mit dem Auge.
Klar, beim Mond und so ist das der absolute Klassiker.
Also wenn ich Führungen zum Beispiel mache und egal welches Alter,
ob das ältere Menschen sind, ob das mittelalte Menschen sind oder Kinder sind,
ja, wenn die die Krater auf dem Mond sehen, dann sind die geflasht.
Oder wenn die die Ringe vom Saturn im Teleskop sehen, dann sind die geflasht.
Aber dann, wenn es dann ein bisschen schwieriger, ein bisschen anspruchsvoller
wird, wenn ich zum Beispiel einen Sternhaufen zeige, dann wissen die meisten
schon gar nicht, auf was muss ich da überhaupt achten?
Was soll ich denn da sehen? Ja, beim Mond ist das sehr plakativ,
aber bei so einem Sternhaufen zum Beispiel, ja, jetzt sehe ich ein paar mehr
Lichtpunkte, aber ist es das schon? Und wenn man dann ein Foto macht,
Dann checken die Leute das erst, was sie da eigentlich sehen.
Ja, also natürlich den technischen Aspekt von, ich mache das Foto und jetzt geht der Vorhang auf.
Ich erweitere mit Technik die Möglichkeit, was ich sehen kann.
Der fasziniert mich auch, aber da muss man vermutlich auch eine gewisse Nerd-Veranlagung für haben.
Bei mir ist es konkret, wenn es um so Fragen geht wie dieses Objekt,
das gut abgelichtet ist. Also ich werde bei aller Begeisterung für Astrofotografie
nicht mit meinem eigenen Fotosatelliten um den Mond rumfliegen.
Deswegen, wenn ich mir eh schon Fotos vom Mond anschaue, dann gucke ich lieber
auf die mit der höchsten Auflösung und freue mich darüber.
Aber den selbstgemachten Aspekt verstehe ich.
Ich glaube, da geht es ein bisschen um die Psychologie dahinter.
Also ich sage immer, wenn diese Diskussion, die kommt auch regelmäßig so in
irgendwelche Foren oder Social Media auf, warum holt man sich da nicht gleich
irgendwelche Bilder von der NASA? Die sind ja eh viel besser.
Und dann sage ich immer, also ich habe selber keine Kinder, aber ich weiß noch,
wie das war als Kind und ich beobachte Kinder von meinen Freunden.
Man sitzt irgendwie auf der Terrasse oder am Tisch und dann kommen die angerannt
und haben ein Bild gemalt und sagen, guck mal, habe ich gemalt.
Jetzt kann man nicht sagen, ey Kleiner, das gibt es viel besser,
schon von wem anders, das kannst du dir einfach aus dem Buch holen,
holst dir ein Bild aus dem Buch, das ist viel besser.
Musst du da nicht mit deiner Krickelmalerei das machen irgendwie.
Das wird bei dem Kind irgendwie ein Trauma auslösen.
Also worauf ich hinaus will ist, ich glaube das liegt,
ganz tief bei uns im menschlichen Wesen verankert, dass wir Dinge selber machen
wollen, selber erfahren wollen, reproduzieren wollen und darauf dann auch entsprechend stolz sind.
Man merkt es auch dann zum Beispiel sehr stark, wenn natürlich in solchen Foren
zum Beispiel, wenn man da seine eigenen Bilder präsentiert oder so, dann,
kann es auch schon mal passieren, dass da irgendwie eine kleine Kritik kommt,
und wie die Menschen darauf reagieren, das ist auch schon teilweise interessant, sage ich mal.
Und ich glaube, das hat eine psychologische Komponente.
Ja, Foren sind ja wirklich Fluch und Segen von großer Unterstützung und Leute,
die sich auf einmal deinem eigenen Problem mit annehmen, bis hin zu Leuten,
die dir einfach vorhalten, dass du hier am völlig falschen Ort bist und wie
kannst du das nur wagen, dich dafür zu interessieren.
Also ja, die Spannbreite ist groß und als jemand, der viel mit Computern zu
tun hat, kenne ich das in allen Formen und Farben.
Ich kenne das als Gast in anderen Foren. Also wenn ich mal ein Elektronikproblem
habe und dann so ein Elektronikforum gehe oder wenn ich mich mit Computerspezialisten
unterhalte und so, dann weiß ich genau, was die Leute fühlen.
Aber mir ist nochmal wichtig zu sagen, dass in dem Buch der Aufbau bewusst auch
so gestaltet ist, dass erstmal die Technik keine Rolle spielt.
Ich glaube, wir hatten es am Anfang auch gesagt.
Und ich hatte ja vorhin gesagt, dieses Smart Teleskop bekommen im Kapitel 14,
im letzten Kapitel und nicht im ersten Kapitel.
Wie gesagt, man muss darüber nachdenken, wie sieht das in ein paar Jahren aus,
muss man das dann umstrukturieren, aber hier ist es bewusst doch jetzt in dem Buch so,
dass man erstmal mit bloßem Auge schaut, was sehe ich da,
dann kommt das Thema gleich Teleskop oder Fernglas,
und was sehe ich damit und dann erst im Laufe des Buchs werden Sensoren zum
Beispiel etabliert und eben auch die Technik und eben auch Astrofotografie,
wobei alles auf einem Einstiegslevel muss man sagen.
Und auch das, also du beginnst ja relativ früh damit, wenn du erklärst,
welche Konstellationen man sehen kann und wie man sich an denen orientiert,
auch ein paar Begriffe wie,
korrigiere mich bitte, zirkumpolar einzuführen, also dass man relativ schnell
abgeholt wird mit, wir brauchen jetzt hier diese paar Fachbegriffe,
damit man sich selbst besser orientieren kann.
Aber es ist einsteigerfreundlich. Also ich habe mir dann natürlich auch zwischendurch
gedacht, wenn ich jetzt wirklich morgen rausgehen sollte, schlage ich das Buch
vorher nochmal auf, weil ich mir das nicht auswendig merken kann beim Durchlesen.
Aber es ist jetzt nichts, wo ich mir gedacht habe, da hätte ich schon den Physikgrundkurs
studieren müssen. Sondern es ist ja wirklich von, ich mache die Augen auf,
was sehe ich da und was kann ich von da aus finden.
Und die ganzen Namen als Navigationshilfe, ich nehme mal an,
das hat man nur drauf, wenn man jahrelang im Hobby ist, aber das braucht man
nicht, um erstmal rauszugehen und Spaß zu haben.
Ganz ehrlich ist es so, dass ich gar nicht alle Sternbilder kenne und benennen kann.
Also es gibt 88 festgelegte Sternbilder und die bekanntesten und die,
die auch am schönsten sind, die kann ich natürlich auch benennen und zeigen am Himmel.
Aber es gibt auch Sternbilder, wo ich heute noch sage, wo ist das denn eigentlich
und wie soll das eigentlich aussehen?
Und warum erkennen da Leute irgendwie einen Pfau drin?
Mein Lieblingssternbild ist ja aus dem Beginn der Industrialisierung,
wo es dann nochmal so einen ganzen Technikschub und bessere Teleskope gab und
dann das Sternbild Luftpumpe etabliert wurde.
Das ist also immer, wenn Leute, wir reden über Astronomie, Leute werden vielleicht
kurz am Anfang verwechselt haben mit Astrologie.
Wenn Leute über Astrologie reden, dann betone ich, dass mein Tierkreiszeichen
ist Dino und mein Lieblingssternbild ist die Luftpumpe.
Ja.
Wobei, das kann man nur am Südhimmel sehen. Das ist auch nochmal sehr spannend.
Also auf der südlichen Hemisphäre sind die Sternbilder deutlich geprägt von
den ersten Seefahrern. Da gibt es zum Beispiel die Magellanschen Wolken.
Also Nachbargalaxien unserer Milchstraße, die offensichtlich der Herr Magellan
irgendwie bei seinen Reisen gesehen hat und dokumentiert hat.
Und dann gibt es eben auch diese, Also es gibt Luftpumpe, es gibt Kompass am
Südhimmel, es gibt Zirkel, wichtiges Instrument auch bei den Seekarten.
Es gibt natürlich das Schiff, es gibt das Segel des Schiffs,
all diese Sachen irgendwie. Und am Nordhimmel, das ist eher die gute alte griechische Mythologie.
Da gibt es den Perseus, Andromeda und so, was ich auch spannend finde,
diese alten Sagen und wie diese Sternbilder angeblich jetzt an den Himmel gekommen
sind, finde ich auch ganz schön, eigentlich schönes Thema.
Und auch sich mit der Mythologie dahinter zu beschäftigen, dass es…
Also ich verstehe auch da die Faszination dafür, ist dann natürlich ärgerlich,
wenn man nachts draußen steht und überlegt, diese Linie da im Zickzack, was war das noch gleich?
Ja, ja, ja, genau. Aber das ist, genau, viele kennen ja tatsächlich den großen
Wagen und finden den auch, weil das ein markantes Sternbild ist und du hast
vorhin gesagt, das ist zirkumpolar, das bedeutet, man kann den das ganze Jahr übersehen.
Einige Sternbilder kann man nur sehen zu gewissen Jahreszeiten.
Es wird natürlich alles erklärt im Buch.
Aber den großen Wagen sieht man immer und damit auch den Polarstern.
Und den findet man eben, indem man die beiden vorderen Kastensterne,
heißt das, vom großen Wagen verbindet.
Und das ist so Schulwissen, glaube ich, was viele noch abrufen können und was
viele auch schon mal gesehen haben.
Dann geht es aber ja erst los, dann eben von da aus weiter auch andere Sternbilder
kennenzulernen. Das ist dann eben auch ein Buch beschrieben.
Und mit den Sternbildern kann man sich dann, also mit dem Erkennen der Konstellation
einfacher orientieren, wenn man für seine eigene Beobachtung rausgeht?
Also warum ist das so ein wichtiger Grundlagenskill?
Genau, es geht letztendlich um Orientierung und,
auch wenn man dann anfängt Literatur zu lesen oder sich im Internet zum Beispiel,
Karten anschaut oder Apps nutzt oder Programme nutzt, sogenannte Planetariumsprogramme.
Die einem den Sternenhimmel zu einer gewissen Uhrzeit auch zeigen.
Und wenn man dann jetzt irgendwie selber was suchen möchte, ein bestimmtes Objekt,
was man beobachten möchte, muss man ja eine Orientierung haben,
muss wissen, wo muss ich denn danach suchen.
Und dann ist es wichtig, sich so Landmarken, sage ich mal, irgendwie auf dem Schirm zu haben.
Zum Beispiel im Winter der Orion, kennen auch noch viele. Und ja,
wo muss ich denn dann suchen, um dieses und jenes Objekt zu finden?
Denn auch das, wenn man dann das erste Mal anfängt, darüber nachzudenken:
Der Astrophysiker Florian Freistetter hat ja den Begriff des Astrodicticum Simplex
nochmal sehr in die Öffentlichkeit gebracht, so heißt sein Blog über Astrophysik
und das Astrodicticum Simplex als
im Prinzip Globus, auf den man drauf schaut und auf dem dann die
Sternkarten verzeichnet sind, sodass man überhaupt im ausgehenden Mittelalter
in der frühen Neuzeit sich damit befassen konnte, wo orientiere ich mich überhaupt
räumlich, wenn ich ein Sternbild wieder suche?
Also alleine sich die Frage zu stellen, wo ist denn jetzt oben und wie erkläre
ich dir, dass du ein bisschen weiter nach links gehen musst?
Da braucht man ja irgendwelche Anhaltspunkte, wenn man im dreidimensionalen Raum unterwegs ist.
Genau.
Und da ist es dann doch sehr hilfreich, wenn man zumindest ein paar finden kann.
Und auch das, da haben wir ja mittlerweile Apps, mit denen ich sagen kann,
navigiere mich so, dass meine Kamera genau ausgerichtet ist auf...
Sirius auf Sagittarius A und so weiter. Das ist ja sehr viel einfacher geworden.
Auf jeden Fall. Und das ist aber auch wiederum Fluch und Segen,
weil man natürlich dann auch feststellt, dass einige Leute sich überhaupt nicht
auskennen. Also mir sind Profi-Astronomen untergekommen.
Ich erinnere mich an die E-Mail eines Profi-Astronomen, mit dem ich geschrieben
habe. Und da hat er gesagt, toll, was ihr da macht.
Ich würde nicht mal den Mars finden und im Teleskop einstellen können,
um das meinem Nachbarn zu zeigen, wo ich auch gedacht habe,
Moment mal, der Typ hat Astronomie studiert, wie kann das denn sein?
Also mit der ganzen Technik wird einem natürlich viel abgenommen,
aber das haben wir in allen Themen.
Im Moment beschäftige ich mich sehr viel mit KI und Programmierung und habe
hier übrigens gerade ein Buch, auch natürlich aus dem Rheinwerk Verlag,
zu dem Thema Programmierung mit KI, habe ich mir selber geschenkt am Montag
zur Veröffentlichung meines eigenen Buches.
Ich wollte auch mal gucken, ob im Thalia mein Buch liegt,
lag es nicht, kleiner Spoiler, aber habe dann dieses KI-Buch gekauft und auch
da, gleich im ersten Kapitel geht es darum, Programmierung.
Verlernt man nicht die Skills eigentlich, indem man das heute mit KI macht?
Das ist immer so ein Thema.
Und irgendwie versuche ich da die Balance zu finden und deswegen gibt es in
dem Buch, was ich selber geschrieben habe, auch eben immer beides.
Also es gibt das sogenannte Starhopping, dass man von einem Stern zum anderen,
sich hangelt und dann wird aber irgendwie ein paar Seiten später die App beschrieben,
die einem das einfach abnimmt.
Aber mir war es wichtig, beides zu zeigen und,
Ich stelle auch fest, es gibt Leute, die haben so einen Hang eher dazu,
das alles oldschool und von der Hand zu machen.
Genauso wie Leute es cool finden, irgendwas mit dem Stift auf dem Zettel aufzuschreiben
oder Kalligrafie machen oder irgendwie so, statt das einfach in ihr Tablet reinzuhacken.
Und da finde ich, beschreibst du auch sehr schön, wie bereitet man sich
auf die erste und auf die zweite Nacht unterm Sternenhimmel vor.
Aber das sind ja dann so ganz praktische Anwendungserfahrungen,
wo ich auch das Gefühl habe, ich kann verstehen, warum man
da so einen Fimmel fürs Analoge entwickelt, weil das ja auch,
also dadurch, dass man die ganze Zeit im Dunkeln ist, kann man währenddessen
nicht mal eben auf dem Smartphone scrollen, dann braucht es wieder ewig,
bis die Augen sich beruhigt haben und so weiter.
Das heißt, man geht da ja sehr bewusst in einen fast schon meditativen Moment,
wo man sich nur mit der Beobachtung auseinandersetzt und wo man dann auch auf
einmal anfängt, Dinge zu hören, Geräusche im Wald und im Feld,
die man sonst gar nicht wahrnimmt.
Also das ist ja schon auch eine sehr spezielle Erfahrung und ich kann verstehen,
dass Leute, die dann möglichst analog haben wollen und möglichst,
ja, pur klingt falsch, aber du verstehst, was ich meine, dass sie da nicht das
Hobby dann durch die App, mit der sie ihr Teleskop ausrichten,
verwässern oder verdigitalisieren wollen.
Ja, es ist auch total schön. Also vor allen Dingen im Sommer ist es noch ein bisschen schöner.
Im Winter kann es auch ganz schöne Momente geben unterm Sternenhimmel,
wenn es zum Beispiel geschneit hat und man wirklich im tiefsten Schnee und dann
so eine richtig klirrend kalte
Nacht hat irgendwie und dann den Sternenhimmel sieht, das hat auch was.
Im Sommer ist es einfach ein bisschen angenehmer von den Temperaturen.
Dann ist es natürlich ein Gesamterlebnis, also den Sternenhimmel.
Man hört plötzlich Dinge, die man sonst nicht gehört hat. Irgendwie,
man nimmt irgendwie Geräusche deutlicher wahr.
Man nimmt vielleicht die Tierwelt auch ein bisschen besser wahr.
Mir ist schon passiert, dass plötzlich ein Reh einen Meter neben mir gestanden hat.
Oder eine Wildschweinhorde irgendwie in ein paar hundert Metern Entfernung irgendwie
durch das Feld gerannt ist.
Ein Uhu ist mal über mich weggeflogen. Das ist ein ganz krasses Geräusch.
Oder war es irgendwie, naja, auf jeden Fall irgendein nächtlicher Greifvogel. Ich weiß gerade nicht.
Und klar, man nimmt mit allen Sinnen irgendwie plötzlich dieses Erlebnis mehr wahr.
Und das hat natürlich was total Schönes, beinahe Romantisches.
Und eben dieses sehr intensive Naturerfahren, auch mit dem Messinstrument Naturerfahren,
das finde ich ist das, was dieses Hobby so faszinierend macht.
Das hatte ich ja schon mal gesagt, es hat einen hohen technischen Aspekt,
aber es hat auch eine Faszination für Umwelt, für Natur, für das Verstehen hinter
der Physik. Warum hat das diese und jene Farbe?
Wie hängt das mit den Elementen zusammen, die da im Stern aufeinandertreffen?
Ich glaube, es gibt genug Bereiche in der Astronomie, in die man sich sein ganzes
Leben lang vertiefen kann. Und man wird immer neue Dinge finden.
Und das macht unendliche Weiten. Das ist ja wirklich unendlich.
Ja, und das finde ich wahnsinnig faszinierend. Ich glaube, das ist mein Lieblingskapitel,
wo es eigentlich so ein bisschen um die Sonne geht. Aber in Wirklichkeit geht
es eigentlich um Spektroskopie.
Dass man das Licht der Sonne zerlegen kann und dass die Astronomen diese Methode
irgendwann gefunden haben, um tatsächlich,
also man muss sich ja immer vorstellen, wir werden das wahrscheinlich nie hinbekommen,
mal zu einem anderen Stern zu reisen, weil diese Entfernungen sind so groß,
dass es wahrscheinlich einfach nicht möglich sein wird.
Aber wir können da irgendwie mit dem Teleskop, mit dem Spektroskop hinschauen
und können exakt sagen, aus welchen chemischen Elementen dieser Stern besteht.
Und das ist völlig irre, finde ich. Das ist vielleicht eine der größten Errungenschaften,
der Menschheit überhaupt. Deswegen ist es auch eines meiner Lieblingskapitel,
weil man sich sozusagen einen Fingerabdruck in Lichtjahren Entfernung anschauen kann.
Ich glaube, damit haben wir ganz gut umrissen, was die Faszination von diesem Hobby ausmacht.
Ich kann dein Buch wirklich sehr empfehlen. Es ist ein umfangreicher Guide von
Ich beginne mich für das Hobby zu interessieren oder weiß noch nicht,
ob mich das Hobby interessiert, hin zu und so steigst du so sehr ein,
dass du danach weißt, worüber die Profis reden, wenn sie über ihr Equipment reden.
Es hat eine schöne Detailtiefe und ist trotzdem sehr einsteigerfreundlich.
Danke, dass du dir die Zeit genommen hast und danke für dein Buch.
Ja und danke für das Interview, es hat sehr viel Spaß gemacht.
Das war Klüger als gestern, der Podcast des Rheinwerk Verlags.
Danke für deine Zeit, Frank Sackenheim. Dein Buch heißt Astronomie,
der Praxisguide für die Himmelsbeobachtung. Danke und bis bald.
Ja, bis bald.